Die Thailändische Kunst (auf Thai: Sinlapa Thai), also die Kunst Thailands, hat vielerlei charakteristische Eigenschaften, die sie leicht unterscheidbar machen von der Kunst der südostasiatischen Nachbarländer. Sie hat lange im Schatten der Meisterwerke Chinas, Indiens und später auch Kambodschas gestanden, und war selbst im 20. Jahrhundert in den großen Museen des Westens nur spärlich vertreten. Man war dort der Meinung, die thailändische Kunst sei eher von historischem als von künstlerischem Interesse. Erst den Bemühungen von Prinz Damrong und George Coedès, sowie von Kunsthistorikern wie A.B. Griswold und Jean Boisselier war es zu verdanken, dass sie ins rechte Licht gerückt wurde.
Anders als in westlichen Ländern war es früher nicht das Bestreben thailändischer Künstler, ein individuelles Kunstwerk zu erschaffen, sondern eher eine möglichst originalgetreue Kopie einer seit Generationen überlieferten Vorlage. Ursprünglich waren die Handwerker und Architekten ein dem Militär unterstellter Beruf, ihre Arbeit – die Herstellung von Waffen oder Festungen – etwa vergleichbar mit der der heutigen Ingenieure. Während der Regierungszeit von König Boromatrailokanat (1431-1488) wurde das „Gesetz der Militärhierarchie“ verfasst. Hierin wurden die Künstler und Kunsthandwerker im „Ressort der Zehn Künste“ (auf Thai: Krom Chang Sip Mu) zusammengefasst. Wahrscheinlich gab es ursprünglich allerdings nicht zehn, sondern dreizehn Abteilungen: Maler, Papiermacher, Graveure, Puppenmacher, Modellierer, Stuckateure, Lackierer, Metallschläger, Dreher, Gussformer, Holzschnitzer, Bildhauer und Zimmerleute. Spätestens im siebzehnten oder achtzehnten Jahrhundert wurden die Künste jedoch der zivilen Seite der Verwaltung zugeordnet.
Heute ist der „Fachbereich der Zehn Künste“ dem Fine Arts Department untergeordnet. Es gibt, wie sein Titel andeutet, zehn Abteilungen:
Bestimmte Künstler, wie Dichter, Maler, Tänzer, Architekten, Musiker und begabte (Kunst-)Handwerker standen bereits in der Ayutthaya-Periode unter dem Patronat des Königs und des Adels. Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn setzt diese Tradition fort, indem sie auf dem Gelände des Großer Palastes in Bangkok das „Ho-Utes-Taksina-Gebäude“ zur Verfügung stellte, um dort im so genannten „Royal Craftsmen College“ (auf Thai: Rong Rian Phu-yai Phra Tamnak Suan Kulab, auch „Universität im Palast“, auf Thai: Withayalai Nai Wang Chai, genannt) die Bewahrung und Weitergabe der „Zehn Traditionellen Künste“ zu fördern.
Viele Inspirationen und Charakteristika der thailändischen Kunst wurden von anderen asiatischen Ländern adaptiert, insbesondere aus Indien und China, aber auch von den Mon, den Khmer oder von den Singhalesen. Traditionell ist die thailändische Kunst eine buddhistische Kunst, während des größten Teils der thailändischen Kunstgeschichte waren religiöse Motive vorherrschend.
Aus historischen und geographischen Gründen haben sich in Thailand mehrere recht unterschiedliche Kunstschulen entwickelt. Eine historische Einordnung der einzelnen Schulen wird dadurch erschwert, dass sie sich teilweise zeitlich parallel zueinander entwickelt haben. Man unterscheidet heute diese Kunststile:
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Quellenhinweise:
Letzte Aktualisierung dieser Seite: Dienstag, 01.01.2013
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