Die Fabeltiere
aus dem Himaphan-Wald
Sicher erinnern Sie sich an Ihren letzten Besuch im Wat Phra Kaeo in Bangkok: Sie kamen auf der oberen Terasse an diesen goldenen Figuren vorbei. Auf Ihre Frage sagte Ihr Führer: „Das sind Fabeltieren aus dem Himaphan-Wald.“
Aha!
Oder: Sie bewundern die tollen Wandmalereien im Wat Suthat (dem Tempel an der großen Schaukel). Auch hier gibt es so merkwürdige Geschöpfe, die zwar vorne wie ein Elefant aussehen, hinten aber Flossen tragen wie ein Fisch. „Was sind das für komische Tiere?“ fragen Sie Ihren Führer.
Er antwortet „Das sind Fabeltiere. Sie wohnen im Himaphan-Wald!“ Ach so. |
Wo liegt denn nun dieser Himaphan-Wald?
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Um diese Frage zu erörtern, müssen wir das Rad der Geschichte Thailands um gut 6½ Jahrhunderte zurückdrehen:
Im Jahre 1340 war der berühmte König Ram Kamhaeng (gemeinhin bekannt als „Erfinder“ der Thai-Schrift) bereits 40 Jahre tot. Herrscher über das Reich von Sukhothai war sein Sohn Loethai. Lithai, der Enkel von Ram Kamhaeng, Sohn von Loethai, war zu dieser Zeit als Vizekönig in Si Sachanalai eingesetzt.
Si Satchanalai liegt 55km nördlich von Sukhothai, beide Städte bildeten das Zentrum des Sukhothai-Reiches, eines Reiches, welches die buddhistische Lehre zu seiner Maxime erhoben hatte.
Lithai (auch Lüthai oder Li Thai geschrieben) bereitete sich hier auf seine Rolle als König vor: die Thronfolge sah vor, daß er der Nachfolger seines Vaters Loethai sein sollte. Während seines 7-jährigen Aufenthalts in Si Satchanalay umgab sich Lithai mit einer Gruppe von gelehrten Mönchen und alten buddhistischen Schriften. Gestützt auf diesen Fundus alten Wissens schuf er eines der größten Meisterwerke traditioneller Thailändischer Literatur:
Trai Phum, Die Drei Welten
(Fortsetzung nächste Seite) |
Anmerkung:
- Der Himaphan-Wald wird auch schon mal „Himmapan-Wald“ geschrieben, in mancher deutschen Literatur heißt er auch „Schneewald“.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: Freitag, 13.03.2009
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