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Fabeltiere

aus dem Himaphan-Wald

Mythologisches vom Garuda

 

 

Aus der Hindu-Mythologie:

 

 

In Urzeiten hatte der alte Schöpfergott und Vater der Kreaturen Kashyapa, der "alte Schildkröten-Mann", einmal zwei Ehefrauen: Vinata, den Himmel, und Kadru, die Erde. Kadru gebar eine Vielzahl von Eiern, aus denen die verschiedensten Arten von Nagas schlüpften. Vinata jedoch legte nur drei Eier.

Eifersüchtig auf Kadru und ihre zahlreichen Nachkommen zerbrach sie das erste Ei. Das Wesen im Ei hatte jedoch noch keine Gestalt angenommen: es entstand der Blitz. Das zweite Ei enthielt einen strahlenden Jugendlichen. Ebenfalls eine Frühgeburt hatte er keine Beine. Es war Arun, die Morgen-Dämmerung, der Wagenlenker des Sonnengottes Surya. Arun war nicht so begeistert von seiner Behinderung, er verfluchte seine Mutter und machte sie so zur Sklavin ihrer Rivalin, der Schlangen-Mutter Kadru.

Als das dritte Ei ausgebrütet war, schlüpfte der mächtige Garuda heraus. Er verlangte sofort, seine Mutter freizulassen. Die Nagas jedoch verlangten als Gegenleistung das Unsterblichkeits-Elixir Amritsa, welches Garuda daraufhin von den Göttern stehlen mußte.

So erklärt sich die ewige Feindschaft zwischen den Nagas und dem Garuda.

 

 

»Aus dem altindischen Buch Matangalila lernen wir, daß als Garuda, der schön Gefiederte (suparna), der goldbeschwingte Sonnenvogel am Anfang der Zeit ins Dasein trat, auch der Elefant geboren wurde. Im Augenblick, da der himmlische Vogel aus seinem Ei hervorbrach, nahm Brahma, der Schöpfer-Demiurg, die zwei halben Eierschalen in seine Hand und sang sieben heilige Melodien (saman) über sie. Durch die Kraft dieser Zaubergesänge entstand Airavata ("Erawan"), der göttliche Elefant.«

 

 

Der spirituelle Gegensatz von Vogel (Adler) und Schlange ist auch bei uns im Westen von den alten Sumerern bekannt (siehe z.B. in Nietzsches Zarathustra), »in Indien beschränkt er sich auf die natürlichen Elemente: Sonnenkraft gegen die flüssige Energie der irdischen Gewässer. Flammend von der Hitze der glühenden Sonne und die Feuchtigkeit des Landes austrocknend verfolgt der "Schöngefiederte", goldbeschwingte, einem Greifen gleichende Herr des Himmels gewalttätig, erbarmungslos und ewig den Verkörperer und Wächter des belebenden Nasses der allnährenden Erde. Der Vogel wird als "Schlangen-Töter" oder "Naga-Töter" (nagantaka) oder "Schlangen-Verzehrer" (nagasana) angerufen. Sein eigentlicher Name ist Garuda, von der Wurzel gri, "herunterschlingen". Als unbarmherziger Vernichter der Schlangen ist er mit mystischer Macht über die Wirkungen des Giftes erhaben. Daher seine Beliebtheit in der Volksreligion und dem täglichen Kult.«

 

 

 

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Quellen die ich benutzt habe:

  • Heinrich Zimmer: Indische Mythen und Symbole, Diederichs, Düsseldorf 1981
  • P. Y. Taylor: Beasts, Birds and Blossoms in Thai Art, Oxford University Press, Kuala Lumpur 1994
 
 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: Samstag, 07.08.2010 

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