Unter der Ägide von Feldmarschall Phibul Songkhram wurde am 24. Juni 1939 der Name des Landes von „Siam“ in „Thailand“ (Thailändisch: mueang-thai, auch: prathêt-thai, wörtl. „Land der Freien“, vor allem aber „Land der Thais“) geändert, was bis heute für kontroversen Diskussionsstoff sorgt. Er und sein Mitarbeiter Luang Vichit verstärkten die so genannte Renaissance Thailands, indem sie das Tragen westlicher Kleidung anordneten, insbesondere sollten Hüte getragen werden. Das unten stehende Plakat verdeutlicht, was der Diktator unter „unzivilisierter“ (links) und „zivilisierter“ Kleidung (rechts) verstand.
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Solch rigide Vorschriften mögen uns heute lächerlich vorkommen, dennoch sollte man beim Besuch eines Thai-Tempels, insbesondere eines Königlichen Tempels, die Auswahl seiner Kleidung nicht leichtfertig vornehmen.
Kleidung
Buddhistische Tempel in Thailand sind religiöse Orte, dementsprechend sollte man sich auch kleiden und verhalten.
Man möchte denken, dass die meisten Touristen darüber Bescheid wissen. In ihren Heimatländern würden sie wohl kaum eine christliche Kirche in Badeshorts und Trägerhemdchen besuchen. Doch weit gefehlt! In Kolonialherrenart fällt man in die buddhistischen Tempel ein, unterhält sich lautstark und kleidet sich wie für eine Beach-Party.
Bezeugen Sie als Besucher daher dem Tempel, seinen Erbauern und Betreibern sowie allen anderen Besuchern dieser Einrichtung den notwendigen Respekt. Als Mann sollten Sie mit einer langen Hose bekleidet sein, in Königlichen Tempeln wird sogar mit kurzärmelgen Hemden Bekleideten der Zutritt versagt. Als Frau bitte keine aufreizende Bekleidung (zum Beispiel die so genannten „Tanktops“) tragen.
Schuhe
Buddhistische Tempel dürfen nicht mit Schuhen betreten werden, die Schuhe zieht man am Eingang von Gebäuden, die Buddhastatuen enthalten, aus und läßt sie dort stehen. (Dies gilt auch für die Wohnungen der Mönche!) In vielen Tempeln befinden sich im Eingangsbereich Regale oder sogar verschließbare Kästen, in denen man seine Schuhe abstellen kann.
Frauen im Tempel
Frauen dürfen sich im Tempelbereich natürlich frei bewegen. Allerdings sollten sie nur unter besonderen Bedingungen die Wohnstätten der Mönche (Thailändisch: Kuti) betreten, die entweder in einem Hain verstreut oder in einem gesonderten Bereich zusammengefasst liegen.
Es ist übrigens für Frauen und Mädchen absolut tabu, einen Mönch oder seine Robe zu berühren. Es ist für Frauen weiterhin tabu, einem Mönch etwas unmittelbar zu übergeben. Der Gegenstand sollte durch einen Mann übermittelt oder auf den Boden gestellt werden, so dass der Mönch ihn aufheben kann. Es ist auch üblich, dass Frauen ihre Gaben auf ein Stück gelben Tuches legen, dass der Mönch zu diesem Zweck und Anlass bereithält. Beim morgentlichen Almosengang dürfen Frauen ihre Gaben natürlich in die Gabenschale legen.
Sitzen
Dem Farang mag das Fehlen von Stühlen Schwierigkeiten bereiten. In der traditionellen siamesischen Gesellschaft waren höhere Sitzgelegenheiten den Königlichen Hoheiten vorbehalten; die meisten „gemeinen Leute“ verbringen jedoch auch heute noch ihr Leben am Boden, auf ihm sitzen, schlafen und essen sie. Westliche Ausländer machen es sich oft auf dem Boden bequem, indem sie ihre Beine lang machen und ihre Füße weit von sich strecken. In einer Ordinierungshalle (Thailändisch: Bot oder Ubosot) oder in anderen Tempelgebäuden, die eine Buddha-Statue enthalten, sollte man sich aber keinesfalls in dieser Weise niederlassen. Dort ist die respektvolle Haltung geboten, die man „Meerjungfrau-Haltung“ nennen könnte: die Beine werden zu einer Seite untergeschlagen, die Zehen zeigen nach hinten, der Blick ist auf die Haupt-Buddhastatue gerichtet. Am bequemsten sitzt der Europäer natürlich mit gekreuzten Beinen auf dem Boden, obwohl dies auch die Sitzweise der Mönche bei der Meditation darstellt. Europäern wird diese Haltung jedoch nachgesehen, da viele Thai glauben, dass sie sowieso nur auf Stühlen sitzen.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: Freitag, 08.04.2011
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