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Phra Phutthabat

Die Fußstapfen des Buddha

 

 

Buddha-Foot

  Bereits bei unserem ersten Besuch im Wat Pho in Bangkok Ende der siebziger Jahre waren wir fasziniert von dem riesigen liegenden Buddha und ganz besonders von den Perlmutt-Einlegearbeiten auf seinen Fußsohlen. Schon damals waren wir begierig zu erfahren, was es denn mit diesem Symbolen auf sich hatte. Alles was wir in Erfahrung bringen konnten, war: "Das sind 108 Glücks-Symbole" - keine sehr befriedigende Aussage. Es erforderte etliche Nachforschungen um mehr über die 108 Zeichen zu lernen.

Aus dem Geschichtsbuch:

  Während der ersten Jahrhunderte nach dem Tode des Buddha wurde dieser nie als Person sondern immer nur als Symbol dargestellt. (Siehe dazu unsere Seite "Die Bildnisse des Buddha".) Noch im ersten Jahrhundert v.Chr. wurden in Sanchi, Nordindien von den Nachfahren des Kaisers Ashoka die Portale (Torana) an den berühmten Stupas über und über mit Symbolen des Erleuchteten verziert: das Pferd ohne Reiter erinnert an den Abschied vom elterlichen Haus, der leere Sitz unter dem Bodhi-Baum an den Augenblick der Erleuchtung, die Stupas stehen für den Eintritt ins Nirvana. Und es gibt hier Fußabdrücke, in der Mitte mit einem runden Symbol verziert. Sie stehen einfach für die Präsenz des Erhabenen.

  In seinem Buch The Wheel of the Law stellte Henry Alabaster schon 1870 die folgende provokante These auf:

  Wahrscheinlich war Sanchi nicht der einzige Ort, an dem Pilger diese riesigen Fußstapfen bewunderten. Möglicherweise war auch einst ein Pilger aus Sri Lanka sehr beeindruckt von diesen Reliefs und möglicherweise hat er auch andere Erzählungen von wirklichen Fußabdrücken gehört, so daß er nach seiner Rückkehr in seine Heimat vielleicht etwas übertrieben hat mit seinem Reise­bericht, indem er die Skulpturen nicht als solche beschrieb, sondern als richtige Fußabdrücke. Möglicherweise hat dies auch jemand anderen mit einer lebhaften Phantasie beeinflußt, so daß er glaubte, als er diese Vertiefung oben auf dem Adam's Peak fand, es handele sich hier um einen realen Fußabdruck. In einer Zivilisation, die sich viel mit Symbolik und Vorstellungskraft beschäftigt, mag sich eine solche Entdeckung schnell herumgesprochen haben.

 

 

  So ist es auch weiterhin denkbar, daß ein Pilger, der den Sri Pada auf dem Adam's Peak gesehen hatte, später durch den Dschungel seines eigen Landes wanderte und dort auf einem Hügel ein Loch mit ähnlicher Größe und Form entdeckte. Er mag durchaus angenommen haben, daß es sich hier auch um einen wirklichen Fußabdruck des Erhabenen handele. Die weisen Männer, die dann im Auftrag des Königs diesen Ort untersuchten, waren wohl auch eher leichtgläubig als kritisch. Jedenfalls hatten sie keine Schwierigkeiten, ein kleines Loch in der Mitte als das Chakkra zu erkennen. Später kamen dann die Zeichner, die ihrer Phantasie freien Lauf ließen und die Zeichnungen, Unregelmäßigkeiten und Verfärbungen im Felsgestein als die Embleme erkannten und niederschrieben, die schon der Seher Asita auf den Fußsohlen des kleinen Siddharta sah. Später wurde dieser Ort Phrabat genannt und ein Tempel über ihm erbaut.
 

 

 

Und was wird dort dargestellt?

  Traditionen, die sich auf einer solch schwachen Basis begründet, variieren natürlich immer etwas. Daher ist es nicht verwunderlich, daß sich die 108 Symbole, die auf den Fußsohlen zu sehen sind, in fast allen Darstellungen unterscheiden. Aber eines ist allen gemeinsam: in der Mitte befindet sich immer das Chakkra. Es ist aber jetzt nicht mehr das einfache Rad eines Streitwagens, wie es auf alten Skulpturen dargestellt war, sondern es wurde zum Diskus, zur zerstörerischen Waffe des höchsten Hindu Gottes Vishu, zum scharf­randigen Kampf­diskus, "dem schön anzublickenden" (sudarsana), zur feurigen Sonnen­scheibe mit tausend Speichen, die er dem Bösen und der Ignoranz entgegen­schleudert, um sie für alle Zeiten zu ver­nichten.

 

 

  Rund um das Chakkra sind eine Vielfalt von Figuren zu sehen, die zum Teil königliche Insignien darstellen, zum Teil aber auch mythologischen Ursprungs sind. Eigentlich könnte man sagen, daß der Fuß zu einem Verzeichnis von mysthischen, mythologischen und kosmologischen Ideen wurde.

  Zusammengefasst bestärken die 108 Symbole und das Chakkra den Betrachter in der Präsenz des Buddha und seiner "Message". Man erkennt die buddhistische Kosmologie und auch die höheren Reiche, in die man wiedergeboren werden kann. Sie können außerdem als eine Anleitung verstanden werden für Mönche, die sich mit Jhana-Meditation beschäftigen, über die einzelnen Stufen, die sie dabei erreichen können während sie sich für den Weg zum Nirvana perfektionieren.

 

 

 

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Danksagung:
Dank an Phra Peter Pannapadipo, Wat Woranatbanphot in Nakhon Sawan, der mich auf den Newsletter der National Museum Volunteers aus Bangkok aufmerksam machte.
 

 

 

Quellen, die ich benutzt habe:
  • The Wheel of the Law von Henry Alabaster (Original: London 1871), Nachdruck von Kessinger Publishing, Kila, U.S.A. 1996
  • Indien, von Marilia Albanese, Karl Müller Verlag, Erlangen 1999
 

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: Dienstag, 01.01.2013 

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