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Das Leben des Buddha

Bild 7

Die Krönungs-Zeremonie

 

Bild 07

Erläuterungstext auf der Postkarte:
«Die Götter gaben das heilige Wasser aus der Muschelschale als Prinz Siddhattha die Prinzessin Yasodhara heiratete.
In seinen drei Palästen war der Prinz bei Tag und bei Nacht sehr glücklich.
»
 

 

Als Siddhattha (im Jahre 547 v. Chr.) das Alter von sechzehn Jahren erreicht hatte, beschloß König Suddhodana, den Grübler dadurch an die Welt zu binden, daß er ihn verheiratete. Selbstredend handelte es sich um eine arrangierte Ehe, bei der die Beteiligten nicht gefragt wurden, aber die Texte lassen durchblicken, daß die Partner einander zugetan waren. Gemäß den Endo- und Exogamiesitten hatte man ein Mädchen aus der Großfamilie erkoren, nämlich eine Nichte der verstorbenen Mutter und der Pflegemutter Siddhatthas, die Tochter seines Onkels Suppabuddha (nach späten Quellen eines Onkels namens Dandapani), mit anderen Worten: Siddhatthas Kusine. Sie hieß Bhaddakaccana, wird in den Pali-Büchern aber auch unter den Namen Bimbadevi, Yasodhara (wie Siddhatthas Großmutter) und Gopa geführt. Einige Texte nennen sie einfach Rahulamata, »Mutter des Rahula«. Sie war mit Siddhattha gleichaltrig.

Schwierigkeiten gab es von seiten des ins Auge gefaßten Schwiegervaters, der seine Tochter nicht einem so unmilitärischen, grüblerischen Jüngling anvertrauen wollte. Erst hatte Siddhattha zu zeigen, daß er in der Waffenkunst und im Sportwettkampf seinen Mann stand, bevor man ihm zutrauen konnte, eine Familie zu ernähren. Die Legende berichtet von einem Wettkampf, der angesetzt wurde, damit Siddhattha seine Kriegerqualitäten beweise. Er bestand die Prüfung, indem er angeblich alle Konkurrenten spielend in den Schatten stellte. Suppabuddha (bzw. Dandapani) überwand darauf seine Bedenken und stimmte der Hochzeit zu. (Siehe dazu das vorherige Bild 06)

Daß der junge Ehemann für die Reize und den Charme seiner schönen Gattin unempfindlich gewesen sei, ist nicht anzunehmen; zu kenntnisreich spricht er später darüber, daß nichts anderes auf der Welt den Geist eines Mannes so gefangen nehme wie eine Frau (A 1, 1). Dennoch ließ er sich auch durch Sinnenfreuden auf die Dauer nicht von seinen Kontemplationen abbringen. Die Ehe blieb, aus welchen Gründen auch immer, dreizehn Jahre kinderlos.

Nach indischem Brauch dürfte das junge Paar im Haus des Vaters des Mannes, also im »Palast« des Raja Suddhodana gewohnt haben. Wie dieses Leben aussah, bleibt in den Quellen unbeschrieben. Anzunehmen ist, daß Siddhattha seinem Vater bei politischen Aufgaben zur Hand ging und mit seinem Halbbruder Nanda abwechselnd die Bestellung der familieneigenen Felder beaufsichtigte; vielleicht hat er auch eigenes Land bewirtschaftet oder bewirtschaften lassen. Vom Ackerbau lebten im alten Indien etwa 75 % der Bevölkerung, der Adel und die Mehrheit der Brahmanen eingeschlossen.

 
 

Zitiert nach:
Der historische Buddha von Hans Wolfgang Schumann, Eugen Diederichs-Verlag (Diederichs Gelbe Reihe), München 1982

 
 
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Letzte Aktualisierung dieser Seite: Montag, 27.12.2010 

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